Hintergrundwissen

Laktat. Schwellen. Herzfrequenz.

Was ist Laktat? Wie entsteht es?

Laktat entsteht unter körperlicher Arbeit immer dann vermehrt, wenn die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems nicht ausreicht, den Energiebedarf auf aerobem Weg zu decken. Glykogen und Glucose tragen dann verstärkt auf anaerob laktazidem Stoffwechselweg zur Deckung des Energiebedarfs bei.

Das produzierte Laktat wird, solange die Intensität der Belastung innerhalb bestimmter Grenzen ist, in gleichem Maße abgebaut werden wie es produziert wird. Es herrscht ein Gleichgewicht zwischen Laktatbildung und –abbau. Wenn die Belastung weiter gesteigert wird und eine kritische Intensität überschreitet, nimmt die Laktatbildung überproportional zum Laktatabbau zu. Das maximale Gleichgewicht von Laktatproduktion und Laktatabbau ist dann überschritten. 

Mittels einer Leistungsdiagnostik, kann diese kritische Schwelle ermittelt werden. Für den Profisport ist eine exakte Bestimmung dieser Schwelle nur unter enormem finanziellen und zeitlichen Aufwand (mehrere Tests bis zur exakten Annäherung der Schwelle an unterschiedlichen Tagen), hat man sich im Semi-professionellen, Breiten- und Hobbysport auf ökonomischere Testverfahren geeinigt. Hierbei handelt es sich um sogenannte Stufentests. Bei einem Stufentest wird die Belastung stufenförmig erhöht und nach jeder Stufe werden die leistungsrelevanten Parameter z.B. Herzfrequenz, Leistung und Laktatwert ermittelt. 

Die Werte der Laktatkonzentration werden nach jeder Belastungsstufe aus dem Kapillarblut des Ohrläppchens gewonnen. 

Laktatkozentrationen und Modelle

Ruhelaktatkonzentrationen liegen in der Regel um etwa 1 mmol Laktat pro Liter Blut. Die maximalen Laktatkonzentrationen können je nach Trainingszustand nach hochintensiven sportlichen Belastungen bei 25-28 mmol Laktat pro Liter Blut liegen.

In der Auswertung werden die Informationen über die Laktatkonzentration in Beziehung zur Leistung auf den einzelnen Belastungsstufen gesetzt. Es werden Wertepaare aus Leistung und Laktatwerten gebildet. Die Wertepaare werden dann mit einer Auswertesoftware zu einer Laktat-Leistungskurve verbunden. Das daraus resultierende Laktat-Leistungsdiagramm ermöglicht es dem Diagnostiker, eine Beziehung zwischen Leistung, Herzfrequenz und metabolischer Belastung herzustellen. 

Norm- und Referenzwerte an fixen Schwellen bzw. an definierten Laktatwerten werden zum Vergleich der individuellen Entwicklung herangezogen. In der Vergangenheit war dies z.B. die aerobe Schwelle bei 2 mmol Laktat pro Liter Blut, der aerobe/anaerobe Übergang zwischen 2 und 4 mmol Laktat pro Liter Blut und die aerob/anaerobe Schwelle bei 4 mmol Laktat pro Liter. Diese veralteten, statistischen Schwellenkonzepte spiegeln nicht das individuelle Stoffwechselverhalten wieder sondern basieren auf rein statistischer Betrachtung. 

Für eine individuelle Ermittlung der aerob/anaeroben Schwelle haben ist ein individueller Leistungstest mit Laktatmessung unumgänglich.

Die Suche nach einer Methode, welche zuverlässig und ökonomisch machbar die individuelle anaerobe Schwelle misst führte dabei zu einer Vielzahl von unterschiedlichen Test- und Auswertungsprotokollen. Keines der Protokolle ist hierbei einem anderen eindeutig überlegen.

Herzfrequenz und deren Bedeutung

Neben der Bestimmung der Laktatkonzentration wird bei einem Leistungstest im Normalfall das Verhalten der Herzfrequenz mit aufgezeichnet. Steigt die Belastung, so steigt auch die Herzfrequenz linear an. 

Die Geschwindigkeit des Herzfrequenzanstieges ist individuell sehr unterschiedlich und macht indirekt eine Aussage über den Trainingszustand der Testperson. Je flacher der Anstieg der Herzfrequenzkurve desto besser der Trainingszustand der Testperson. Wird der Anstieg nach entsprechend gezieltem Training flacher, so hat sich die Ausdauerleistungsfähigkeit verbessert.

Im oberen Belastungsbereich kommt es zu einem Abflachen der Herzfrequenz. Obwohl die Belastung weiter steigt kann die Herzfrequenz nicht im gleichen Maße mit ansteigen. Als Ursache werden Veränderungen in der Antriebsdynamik der Stresshormone bei stärkerer Azidose vermutet.

Von praktischer Bedeutung ist die Aufzeichnug der Herzfrequenz für die Beurteilung der Belastung während des Trainings. 

Die bekannte Faustformel 220 minus Lebensalter kann maximal eine grobe Einschätzung der maximalen Herzfrequenz sein. 

Bezogen auf den Leistungstest ist die Herzfrequenzaufzeichnung ein wichtiges Mittel für die aus den Ergebnissen abzuleitenden Trainingsempfehlungen. Indem in der Testauswertung eine Beziehung zwischen Leistung, Laktat und Herzfrequenz hergestellt wird, kann das Training mit Hilfe der Herzfrequenz gesteuert werden.

Buche jetzt deine Leistungsdiagnostik!

Telefon: 0781 / 12969985   E-Mail: nfbstzt-ffnbrgd

Diese Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktion zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung der Cookies zu. Die Einstellungen können in den  Datenschutzinformationen verändert werden.